Autoren: P.v. Swiontek, D. Walsh, C.Poweleit, R.Rampp, M.Lohrbach, S.Spann, A.DHooge, A.Kante, T.Krapp, P.Biedrowski

 
 
 

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland - eine Zukunft ohne Kinder?
 
 

Vorwort

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten, das Hauptinteresse liegt hierbei auf dem Altersaufbau. Die Struktur dieses Altersaufbaus ist für viele politische Entscheidungen von großem Intersse, man denke in diesem Zusammenhang nur an die Rentendiskussion.
Aber auch die Entwicklung der Sterberaten und der Geburtenentwicklung ist ein wichtiges Thema. Hierbei geht es auch um die Zukunft vieler Arbeitsplätze. Ob im Lehrbereich oder Geburtshilfe, jeder Arbeitsplatz ist wichtig.
 
 

Leider existieren für die letzten Jahrzehnte nur getrennte Daten für West- und Ostdeutschland, da eine Zusammenführung der Daten mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden ist und keine wesentlich anderen Ergebnisse zeitigt, beschränken sich unsere Berechnungen auf Westdeutschland.
 
 



Inhalt:  1. Die Entwicklung wichtiger demographischer Größen in den letzten Jahrzehnten
                            a) Die Änderung der Geburtenrate von 1950 - 1997
                            b) Die Änderung der Sterberaten in den letzten Jahrzehnten
                 2. Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung
                            a) Die statische Prognose
                            b) die realistische Prognose
                 3. Resümee



 
 
 
 
 
 
 

1. Die Entwicklung wichtiger demographischer Größen in den letzten Jahrzehnten
 
 

a) Die Änderung der Geburtenrate  von 1950 - 1997

Zur Erstellung von Prognosen demographischer Größen ist die Betrachtung der Fertilitätsrate und der Sterbewahrscheinlichkeit Voraussetzung.
Die Fertilitätsrate gibt an, wieviele Kinder eine Frau pro Jahr durchschnittlich gebärt. Die Sterbewahrscheinlichkeit gibt Aufschluß über die Wahrscheinlichkeit einer Altersgruppe im nächsten Jahr zu sterben.
Inwiefern sich diese Werte in den letzten 50 Jahren änderten und sich in der Zukunft voraussichtlich ändern werden, ist aus den folgenden Tabellen, Diagrammen und Texten zu entnehmen.

Lebendgeborene je 1000 Frauen nebenstehenden Alters (die Zahlen beziehen sich nur auf das jeweilige Alter!):
 
 
 
 

 
1950
1964
1970
1975
1980
1987
1997
15
0,2
0,9
1,2
1
0,7
0,6
0,8
20
74,6
105,9
109,8
67,1
55,9
31,1
36,4
25
126,3
176,3
125,3
110,3
111,1
98,4
79,2
30
112,2
131
94,1
72,8
85,8
95,5
105,4
35
71,5
68
50,6
30,5
32,6
39,4
54,4
40
32,9
26,1
19,7
10,7
7,5
8,4
12,3

 
 
 

Die vorliegende Tabelle und die darauf folgende Graphik verdeutlichen uns,
dass die Frauen im Schnitt weniger Kinder gebären. DieVerringerung der Bevölkerung
im Westen Deutschlands hat zur Folge, dass weniger gebärfähige Frauen existieren. Somit wird sich die deutsche Bevölkerung insgesamt verringern , auf die Zukunft hingesehen. Dies hat sich im Jahre 1964 zum ersten Mal verdeutlicht. Durch die Marktentwicklung der Pille hat sich die Geburtenrate deutlich verringert. Sicherlich ist dies nicht der einzige Grund für die Verringerung, sondern auch die Emanzipation der Frau. Im Zuge der Emanzipation wurde für viele Frauen die Karriere wichtiger als eine Familie zu gründen .

Das Diagramm veranschaulicht uns dies alles noch einmal.
Man sieht deutlich den enormem Anstieg der Geburtenrate bis 1964.
Danach sinken die Kurven und die Bevölkerungszahlen auch.
 

b) Die Änderung der Sterberaten in den letzten Jahrzehnten

Wir betrachten die Entwicklung der Sterbewahrscheinlichkeit s, wobei die Sterbewahrscheinlichkeit angibt wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Person ist im nächsten Jahr zu sterben. Die Sterbewahrscheinlichkeit ist natürlich vom Alter abhängig und nimmt im hohen Alter stark zu.
Berechnen lässt sich die Sterbewahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Alter als Quotienten aus den Gestorbenen mit der Bevölkerungszahl n des jeweiligen Alters. Anhand einer bekannten Sterberate lässt sich umgekehrt der Rückgang der Anzahl eines Jahrganges Jahr für Jahr als Produkt ns berechnen. Wie sich die Sterberate in den letzten Jahren entwickelt hat, zeigt die folgende Tabelle; da die Sterberaten für unter 30 jährige sehr gering sind und kaum Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung haben wurden sie nicht berücksichtigt

 
 
 
 
 
35
40
45
50
55
60
65
70
75
80
85
90
1932
0,0035
0,0042
0,0055
0,0079
0,0120
0,0175
0,0280
0,0470
0,0800
0,1260
0,1940
0,2730
1950
0,0020
0,0026
0,0037
0,0055
0,0081
0,0129
0,0224
0,0390
0,0680
0,1140
0,1730
0,2590
1970
0,0014
0,0019
0,0030
0,0040
0,0066
0,0090
0,0150
0,0270
0,0500
0,0850
0,1500
0,2200
1997
0,0007
0,0011
0,0018
0,0029
0,0040
0,0062
0,0100
0,0170
0,0310
0,0550
0,1000
0,1750

 
 

Die folgenden Grafiken verdeutlichen die Situation:
 

An Hand der vorliegenden Diagramme wird uns verdeutlicht, dass sich die Sterbewahrscheinlichkeit in den letzten 65 Jahren um ca.1% pro Jahr  verringert hat (wie es im 1.und im 2.Diagramm,das logarithmisch angeordnet ist, erkennbar erscheint). In Folge dessen bedeutet das für die Menschheit der nachfolgenden Generationen in Deutschland, dass sie im Schnitt eine längere Lebenszeit auf der Erde auskosten können oder auch müssen. Natürlich sind dies alles nur Spekulationen auf Grund von Daten, die wir aus Tabellen entnommen haben. Wenn sich im laufe der Jahre nichts ändert, haben wir bald mehr alte als junge Menschen in Deutschland. Nach unseren Auswertungen des Statistischen Bundesamtes liegt es daran, dass die Frauen heutzutage im Durchschnitt weniger Kinder bekommen als früher.Durch die enormen Fortschritte der Medizin und der Wissenschaft in den letzten Jahren, denken wir, das sich die Lebenserwartung der Menschen Jahr für Jahr erhöht.
 
 
 
 
 
 
 

2. Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung

 

a) Statische Prognose zur Entwicklung der Bevölkerung
 

Die Prognose nimmt an, dass die Geburtenrate gleichbleibt und sich die Sterberate nicht erhöht. Unter dieser Annahme ist diese Prognose entstanden.
In die Berechnung dieser Prognose sind die Bevölkerungszahl 1997 der jeweiligen Altersklassen und deren Geburten- und Sterberaten des Statistischen Bundesamtes eingeflossen.

Das Diagramm zeigt die Entwicklung des weiblichen Anteils der Bevölkerung im Zeitraum vom Jahre 1997 bis 2087.

ausgewählte Werte:
 
 
 
0-5 10-15 15-20 20-25 30-35 40-45 50-55 60-65 70-75 80-85 85-90
1997 1716500 1707000 1699400 1794700 2899500 2330000 1854600 2019600 1698000 883900 675000
2027 1263067 1250914 1317397 1512651 1695482 1680868 1730159 2664665 1877016 929918 597852
2057 889801 936004 1018509 1130767 1247601 1231765 1458254 1558162 1354084 867522 587837
2087 637988 698956 755578 814383 878906 921675 1090103 1146556 992293 731186 436856


 
 

Erklärung zum Diagramm:
- (Blau Kurve) 1997 zeigt der Kurvenverlauf einen deutlichen Ausschlag bei den 30-35 Jährige(ca. 3Millionen) und ein sehr geringe Anzahl an Personen im Alter von 65-70Jahren(ca. 2Millionen).

-(Rote Kurve) 2027 verlagert sich der Ausschlag von 1997 auf die 60-70 Jährigen(ca. 2,5Millionen)und einer deutlichen Abnahme von Personen im Alter von 25-50 Jahren.

-(Gelbe Kurve) 2057 ist der Kurvenverlauf sehr gleichmäßig geworden. Im Bereich der 55-65Jährigen zeigt der Kurvenverlauf einen leicht erhöhten Ausschlag.

-(Grüne Kurve) 2087 ist der Kurvenverlauf sehr gleichmäßig geworden. Sie zeigt keinen deutlichen Ausschlag mehr. Es ist allerdings eine leichte Erhöhung im Bereich 60-70Jahre zu verzeichnen.

Dadurch das die Kurven im Velauf der letzten Jahrzehnte immer flacher und gleichmäßiger geworden sind, ist davon auszugehendas die Kurve in den nächsten Jahren noch flacher wird.
Der Grund für die Abnahme der Bevölkerung ist auf der einen Seitedie zu niedrige Geburtenrate die bei 1,35 liegt. Auf der anderen Seite ist der Grund für die niedrige Geburtenrate die Emmanzipation der Frau und eine bessere Verhütung.
 

b)  Die realistische Prognose

In dieser Prognose wird im Gegensatz zur statischen angenommen, dass sich die Sterbewahrscheinlichkeit weiterhin um ca. 1.4% jährlich verringert, die Fertilitätsrate wird nicht varriert, da sich in den letzten zwanzig Jahren kein eindeutiger Trend abzeichnet.
 
 

Vergleich der statistischen und der realistischen Prognose

Bei einem Vergleich der statistischen Prognose und der realistischen Prognose erkennt man nur einen geringen Unterschied was die Bevölkerung bis 65 jahre betrifft, der Unterschied liegt hauptsächlich im erhöten Alter.
Da die Bevölkerung Deutschlands sehr hoch ist, sind Unterschiede von ungefähr 10000 bis 100000 Menschen nicht erwähnenswert und somit im Diagramm nicht zu erkennen. Lediglich die hohe Altersquote macht im Jahre 2047 einen enormen Sprung. Egal wie man die Bevölkerungsentwicklung ausrechnet, das Ergebnis bleibt sich immer ziemlich ähnlich.
Also kann man nach dieser Prognose davon ausgehen, dass die Bevölkerung, wie im Diagramm erkennbar, sinkt. Die Menschen werden zwar älter aber durch die immer geringere Geburtenrate fällt die Bevölkerungszahl trotzdem.

Vergleich der beiden Diagramme:

wpe8.jpg (15781 Byte)wpe9.jpg (15820 Byte)
 
 
 
 
 

 3. Resümee

Insgesamt kann man sagen, dass die Bevölkerung Deutschlands immmer mehr abnimmt. Die Gründe sind folgendermaßen zu erleutern:
Als Gründe sehen wir das zunehmende Bedürfnis nach individueller Selbstverwirklichung im Privatleben wie auch im Berufsleben. Für viele stehen Kinder dieser Selbstverwirklichung im Wege. Hinzu kommt, dass durch die modernen Verhütungsmittel es den Frauen ermöglicht wird eine unerwünschte Schwangerschaft zu vermeiden und somit ihre Ziele zu verwirklichen.
Dazu kommt noch, dass die Bevölkerung Deutschlands noch älter wird. So könnte es vorkommen,dass es bald mehr alte als junge Menschen gibt. Trotzdem, wie in einigen Diagrammen zu erkennen, wird die gesamte Bevölkerung sinken.
Zusätzlich wird auch noch die Sterberate deutlich abnehmen. Gründe dafür könnten zum beispiel medizinische Fortschritte sein.
Letzten endes kann man sagen, dass die Menschen zwar älter werden, aber aufgrund der immer geringeren Geburtenrate die Bevölkerung Deutschlands sinkt.

  Quellen: (Statistisches Bundesamt , www.census.gov)

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